Bibliothèque nationale de France

Die Nationalbibliothek Frankreichs

Die Nationalbibliothek Frankreichs (BnF) ist gleichsam Erbe der königlichen Sammlung, die seit Ende des Mittelalters zusammengetragen wurde. Sie ist seit 1537 und damit als erste Institution in Frankreich verantwortlich für die Verwaltung von Pflichtexemplaren und ist die größte Bibliothek Frankreichs und eine der größten der Welt.

Die Sammlungen der Bibliothek umfassen insgesamt 14 Millionen Bücher und wachsen jährlich um weitere ca. 150.000 Ausgaben, die hauptsächlich durch Ankauf oder als Pflichtexemplare ins Haus kommen. Neben gedruckten Büchern beinhalten ihre Sammlungen mehrere Millionen Handschriften, Karten, Drucke und Stiche, Fotos, Partituren, Münzen, Medaillen, Tonaufnahmen, Videos und Mulitmediadokumente, Objekte, Kunstobjekte, Bühnenbilder und Kostüme. Diese Sammlungen sind auf 14 Abteilungen für spezialisierte und thematische Sammlungen verteilt und werden der Öffentlichkeit (meist Wissenschaftler) in Lesesälen zugänglich gemacht, die sich am Standort François-Mitterand im 13. Bezirk von Paris und dem historischen Standort Richelieu (17. Jahrhundert) im 2. Bezirk befinden.

Gallica, die digitale Bibliothek der BnF, bietet Reproduktionen von mehr als einer Million Dokumenten in Form von Texten, Bildern oder Katalogisaten zur Nutzung an.

Die Aufgabe der BnF ist es, Bücher zu sammeln, zu archivieren und zu erhalten, sowie die Forschung und die Verbreitung ihrer Sammlungen, insbesondere durch Ausstellungen für die allgemeine Öffentlichkeit in ihren Gebäuden oder online zu befördern.

Die Sammlungen, die in der Handschriftenabteilung (Standort Richelieu) aufbewahrt werden, sind enzyklopädisch: “chansons de geste” (Heldenepik), Artuslegenden, Romanische Sprachen, Literatur aus dem Orient, westliche und östliche Religionen, Antike, Wissenschaftsgeschichte, handschriftliche Werkausgaben, u.a. von Pascal, Diderot, Apollinaire, Proust, Colette, Sartre, das “cabinet des titres” (Sammlung der Adelsprädikate) mit den Wappenbüchern ist eine Hauptquelle für genealogische Forschung.

Die Sammlungen der Bibliothek sind in Bestände und Spezialsammlungen unterteilt

  • basierend auf ihrer Sprache: Griechisch, Latein, Französisch und andere europäische Sprachen, Arabisch, Koptisch, Äthiopisch, Hebräisch, Persisch, Türkisch, Sprachen des Nahen und Mittleren Ostens, Chinesisch, Japanisch, Tibetisch, Sanskrit, indische Sprachen, Vietnamesisch usw.
  • oder nach ihrem Inhalt: Gelehrte und Büchersammler, Sammlungen von Gelehrten, Archive von Bibliotheken, Genealogische Sammlungen, französische Provinzen, Bestände von Freimaurern usw.

Die Handschriftensammlungen umfassen eine große Zahl an antiken Kopien, Unikaten, wissenschaftlichen Texten, illuminierten Handschriften wie auch Handschriften in verschiedenen Formaten und aus unterschiedlichem Materialien (Holzschnitt, Drucke, …).

Gegenwärtig ist die Abteilung insbesondere damit beschäftigt, die persönlichen Archive französischer Schriftsteller zu sammeln, zu klassifizieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wurden mehrere Projekte zur Digitalisierung von Handschriften begonnen: OPTIMA (Handschriften von Flaubert, Proust und Valery) zusammen mit ITEM (Institut des Textes et Manuscrits modernes) und unterstützt von ANR (L’Agence nationale pour la recherche), die französischsprachigen Handschriften des Rosenromans (Mellon Foundation) usw.

Bibliothèque nationale de France

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Paris Bibliothèque nationale de France MSS Latin 10758 - f. 1r.
Capitularia, leges et varia de Carolo Magno
Paris Bibliothèque nationale de France MSS Latin 10758
Paris Bibliothèque nationale de France MSS Italien 552 - f. 4r.
Petrarca, Francesco: Li Trionfi, mit einem Kommentar von Bernardo Lapini
Paris Bibliothèque nationale de France MSS Italien 552
Paris Bibliothèque nationale de France MSS Latin 9386 - f. 1r.
Evangelia [sog. Chartres-Evangeliar], capitulare evangeliorum
Paris Bibliothèque nationale de France MSS Latin 9386